Die IHK-Abschlussprüfung Teil 2 (AP2) rückt näher und seit Sommer 2025 gibt es einige wichtige Updates im Prüfungskatalog für die Fachrichtung Anwendungsentwicklung (FIAE). Die gute Nachricht vorab: Die IHK hat auf das Feedback der letzten Jahre reagiert. Die Prüfung wird moderner, praxisnaher und trennt die Themen besser zwischen AP1 und AP2.
Damit du genau weißt, was auf dich zukommt und du nicht unnötig veraltetes Zeug lernst, habe ich den neuen Katalog (und die spannenden Insights aus dem IT-Berufe-Podcast #191) für dich analysiert. Hier ist dein ultimativer Lern-Fahrplan!
Die wichtigsten Gamechanger für dich
- Themen wie SQL und RAID werden ab sofort ausschließlich in der AP2 abgefragt. In der AP1 kannst du diese also erstmal ausblenden.
- Einheitliche Belegsätze (Spickzettel erlaubt!): Es gibt standardisierte Belegsätze für alle IT-Berufe. Das bedeutet, du bekommst in der Prüfung z. B. ein SQL-Syntax-Beiblatt. Du musst also nicht mehr jeden Befehl blind auswendig lernen, sondern musst beweisen, dass du die Syntax anwenden kannst!
Deine Prüfungsbereiche der AP2 im Detail
Hier sind alle Themenfelder, die du für die schriftliche Prüfung und dein Fachgespräch auf dem Zettel haben musst. Neue oder spezifizierte Inhalte sind markiert!
1. Planen eines Softwareproduktes
In diesem Bereich geht es um das „Big Picture“ deiner Software.
- Agile Methoden: (NEU) Scrum ist jetzt explizit als agiles Vorgehensmodell gefordert. Kenne die Rollen, Events und Artefakte!
- Architektur- und Design-Pattern: (NEU) Du musst Muster wie Observer, Singleton, Factory, Facade oder MVC verstehen und anwenden können.
- Datenbanken: (NEU) Das Erkennen von Anomalien & Redundanzen wird ausdrücklich erwartet (ein absoluter Klassiker für das Fachgespräch!). Außerdem rückt der Fokus stark auf die praktische Anwendung des SQL-Beiblatts.
- Cyber-physische Systeme: (NEU) Entwicklung, Auswahl von Sensoren/Aktoren und Abfragerhythmen.
- System-Betrieb: (NEU) Monitoring von Systemen, Ticketsysteme, Eskalationsstufen und Incident Management.
- Dokumentation: (NEU) Die Anforderungen an Programm- und Konfigurationsdokumentationen wurden präzisiert.
2. Entwicklung und Umsetzung von Algorithmen
Hier geht es ans Eingemachte: Code, Tests und Modellierung.
- Modellierung (UML & BPMN): (ÄNDERUNG) Der Fokus liegt komplett auf moderner Modellierung! Du musst Use-Case-, Klassen-, Aktivitäts- und Zustandsdiagramme (UML) sowie BPMN beherrschen.
- Testing: (NEU) Neben Black-Box- und White-Box-Tests sind nun auch Test Driven Development (TDD) und Last-/Performancetests abiturient.
- Algorithmen: (NEU) Bei den Sortierverfahren werden explizit Bubble Sort, Selection Sort und Insertion Sort gefordert.
- Objektorientierung (OOP): (NEU) Das Prinzip der Kapselung und das genaue Verständnis von Sichtbarkeiten (Public, Private, Protected) muss sitzen.
- IT-Sicherheit: (NEU) Spezifische Cyber-Angriffe wie Man-in-the-Middle, SQL-Injection und DDoS-Attacken sind nun prüfungsrelevant. Kenne auch Authentifizierungsverfahren (z.B. Kerberos).
3. Wirtschafts- und Sozialkunde (WiSo)
Der oft unterschätzte dritte Teil der AP2. Auch hier gibt es klare Schwerpunkte:
- Ethik und Compliance: (NEU) Themen wie Diversity, Gender-Neutralität und die gesellschaftlichen Auswirkungen von IT-Lösungen (Persönlichkeitsrechte, Social Engineering) sind jetzt fester Bestandteil.
- Umwelt und Nachhaltigkeit: Der ökologische Fußabdruck der IT! Kenne Umweltsiegel (wie den Blauen Engel), Mülltrennung (Recycling) und Maßnahmen zur Emissionsreduzierung.
- Betriebliche Organisation & Recht: Gesellschaftsformen (z.B. Stammkapital einer GmbH), Kündigungsschutz (z.B. betriebsbedingte Kündigungen) und Zielbeziehungen (komplementär, konkurrierend, indifferent).
❌ Was du (zum Glück) NICHT mehr lernen musst:
Der neue Katalog hat aufgeräumt. Folgende Themen wurden gestrichen:
- Struktogramme (Nassi-Shneiderman) & Programmablaufpläne (PAP): Endlich Geschichte! Konzentrier dich voll auf UML.
- Reine Buzzwords: „Hype-Themen“, die schwer abzufragen sind (z.B. Smart Grid, Blockchain, IoT, Industrie 4.0), fliegen als reine Vokabeltests raus.
- Load Balancing und Data Warehouse.
- Allgemeine Programmierparadigmen als bloße Aufzählung.
Hier findest du die vollständige Aufstellung aller Themenfelder aus dem neuen Prüfungskatalog (2. Auflage), 1:1 extrahiert aus den offiziellen Unterlagen. Diese Übersicht hilft dir dabei, deinen Lernplan exakt an den Anforderungen der IHK auszurichten.
Teil 1 der Abschlussprüfung (AP1)
Einrichten eines IT-gestützten Arbeitsplatzes
| Fragenkomplex | Themenkreis | Beispiele für betriebliche Handlungen/Qualifikationen |
| 01 Planen, Vorbereiten und Durchführen von Arbeitsaufgaben in Abstimmung mit den kundenspezifischen Geschäfts- und Leistungsprozessen (§ 4 Absatz 2 Nummer 1) | LF 1, LF 2, LF 3, LF 5, LF 6. Merkmale und Methoden des Projektmanagements: Merkmale eines Projektes; Projektplanung (Strukturplan, Netzplan, Gantt-Diagramm); kritischer Weg; Pufferzeiten; fristgerechte Terminierung; Lösungsmöglichkeiten bei Terminproblemen; SMART-Prinzip; Meilensteine. Projektphasen: Wasserfallmodell bzw. SCRUM; Phasen der Teambildung; Reflektionsmethoden (Feedback-Kultur, Lessons Learned). Machbarkeit und Wirtschaftlichkeit: Machbarkeitsanalyse (Budgetvorgabe); Vor- und Nachkalkulation; Einfluss der Stakeholder; Risikoanalyse. Arbeitsaufgaben: Kundenkommunikation; Fehlermanagement; Störungs-Management; Bearbeitungsstatus (Ticketsystem); KI-Unterstützung; Support-Anfragen (First-, Second-, Thirdlevelsupport). | Grundsätze und Methoden des Projektmanagements anwenden. Auftragsunterlagen und Durchführbarkeit des Auftrags prüfen (rechtliche, wirtschaftliche und terminliche Vorgaben). Zeitplan und Reihenfolge der Arbeitsschritte festlegen. Termine planen, abstimmen und überwachen. Probleme analysieren, Lösungsalternativen entwickeln und beurteilen. Arbeits- und Organisationsmittel wirtschaftlich und ökologisch einsetzen. Aufgaben im Team und mit Kunden abstimmen. Betriebswirtschaftlich relevante Daten erheben und bewerten. Eigene Vorgehensweise reflektieren. |
| 02 Informieren und Beraten von Kunden und Kundinnen (§ 4 Absatz 2 Nummer 2) | LF 1, LF 2. Marktsituationen bewerten: Marktformen (Monopol, Oligopol, Polypol); Käufer-/Verkäufermarkt; Zielgruppendefinition; Quantitative und qualitative Angebotsbewertung. Bedarfsanalyse: Zielgruppengerechte Analyse; Eigene Datenerhebung (Kundenbefragung); Auswertung vorhandener Daten. Methoden zur Kundenberatung: Situationsgerechte Kommunikation; Kommunikationsmodelle (4-Ohren-Modell, Sender-Empfänger-Modell); Interpretation englischsprachiger Texte. Präsentation: Informationen aufbereiten und präsentieren; Quellen auswerten; technische/kaufmännische Texte in DE/EN. Marketing: Nutzwertanalyse; Vertriebsformen (direkt/indirekt). | Im Rahmen der Marktbeobachtung Preise, Leistungen und Konditionen von Wettbewerbern vergleichen. Bedarfe von Kunden feststellen sowie Zielgruppen unterscheiden. Kunden unter Beachtung von Kommunikationsregeln informieren. Sachverhalte präsentieren und Fachbegriffe (DE/EN) anwenden. Maßnahmen für Marketing und Vertrieb unterstützen. Informationsquellen (auch EN) aufgabenbezogen auswerten. |
| 03 Beurteilen marktgängiger IT-Systeme und kundenspezifischer Lösungen (§ 4 Absatz 2 Nummer 3) | LF 2, LF 3. IT-Systeme kennen und beurteilen: Funktionale, ökonomische und ökologische Aspekte (Ergonomie, Leistungsparameter, Kosten, Nutzungsdauer, Energieverbrauch, Recyclingfähigkeit). Hardwareprodukte: CPU, Motherboard, Speicher, Netzteile, Grafikkarte, Peripheriegeräte, Sensoren, Netzwerkkomponenten (WLAN-Router, Switch, Gateway, Accesspoint). Softwareprodukte: Anwendungen; Betriebssysteme; Standardsoftware (Office, DBMS, Browser); Branchensoftware (ERP, SCM, CRM); Systemsoftware. Entwicklungssysteme: Compiler, virtuelle Maschinen, Interpreter, Editoren, Debugger. Cloudlösungen: SaaS, DaaS, KI-Software, virtuelle Desktops. Einsatzbereiche: Kommunikationssysteme (Video, Social-Media); Client-Server-Systeme; Einbindung in Domäne; mobile Geräte. Netzwerkprotokolle: Ethernet, IP, DNS, OSI-Modell. Kenngrößen & Leistung: BIOS/UEFI; CPU; RAM; Datenspeicher (SSD/HDD); Filesysteme (FAT32, NTFS, APFS, ext4); WLAN-/Ethernet-Standards; Barrierefreiheit; Gütesiegel für Energieeffizienz. Physikalische Kenngrößen: Übertragungsraten; Datenmengen; Strom, Spannung, Leistung, Wirkungsgrad. Wirtschaftlichkeit: Anschaffungs-/Betriebskosten; Fixe/variable Kosten; Lizenzkosten; Finanzierung (Leasing, Kauf, Pay-per-Use); Preis-Leistungs-Verhältnis; Nutzwertanalyse; Wertschöpfung. | Marktgängige IT-Systeme hinsichtlich Leistungsfähigkeit, Wirtschaftlichkeit und Barrierefreiheit beurteilen. Angebote zu IT-Komponenten einholen, bewerten und Spezifikationen vergleichen. |
| 04 Entwickeln, Erstellen und Betreuen von IT-Lösungen (§ 4 Absatz 2 Nummer 4) | LF 5. Konzeption & Konfiguration: Bedarfsanalyse; Lasten- und Pflichtenheft; Installation/Einrichtung (Betriebssysteme, Partitionierungen, Netzwerkanbindungen, IPv4/v6, Remote-Desktop, KI-Software). Hardwareauswahl: Desktops, Notebooks, All-in-One, Thin Clients, Tablets, Smartphones; mobile/stationäre Arbeitsplätze. Softwareauswahl: Anwendungssoftware; IDE; Standard-/Individualsoftware; Open Source; Proprietäre Software; Beurteilungskriterien (Wartbarkeit, Schnittstellen). Recht: Urheberrechtsgesetz; Lizenzmodelle (EULA, OEM, GNU, Pay-per-Use). Installation: Kommandozeile; Befehlssyntax; Parameter; Troubleshooting Netzwerk (IP, DHCP, WLAN, VPN); Konsolenbefehle (dir, ls, mkdir, ipconfig, arp, chmod, ping, traceroute, nslookup). Programmiergrundlagen: Compiler, Linker, Interpreter; prozedural vs. objektorientiert; Variablen, Datentypen, Kontrollstrukturen (Verzweigung, Schleife); Funktionen; Klassen, Attribute, Objekte, Methoden, Sichtbarkeit; Bibliotheken; Skriptsprachen (Shell, Python); Debugging. Programmierwerkzeuge: Pseudocode; UML (Use Case, Klassendiagramm, Aktivitätsdiagramm); Bildschirmmasken (Ergonomie, CI, Barrierefreiheit); Schreibtischtest. Datenbanken: Relationale Datenbanken; einfache ER-Modelle. | IT-Systeme analysieren, konzeptionieren, konfigurieren, testen und dokumentieren. Lizenzmodelle, Urheberrechte und Barrierefreiheit beachten. Programmiersprachen unterscheiden. |
| 05 Durchführen und Dokumentieren von qualitätssichernden Maßnahmen (§ 4 Absatz 2 Nummer 5) | LF 3, LF 5, LF 6. Fachbegriffe: Betriebliche QM-Systeme; QS-Normen; Zertifizierung. Maßnahmen: Qualitätsplanung; Qualitätsziele; Qualitätslenkung; PDCA-Zyklus. Dokumentation: Testprotokoll für Arbeitsplatz-Einrichtung. | Betriebliche QS-Systeme im eigenen Arbeitsbereich anwenden. Qualitätssicherungsmaßnahmen projektbegleitend durchführen und dokumentieren. |
| 06 Umsetzen, Integrieren und Prüfen von Maßnahmen zur IT-Sicherheit und zum Datenschutz (§ 4 Absatz 2 Nummer 6) | LF 4. Grundschutzniveau: Verfügbarkeit, Vertraulichkeit, Integrität; Technisch-organisatorische Maßnahmen (TOM); IT-Sicherheitsbeauftragter vs. Datenschutzbeauftragter; Passwort-Policy; Virenschutz; Firewall; Verschlüsselung (symmetrisch, asymmetrisch, hybrid); Sicherheitsbewusstsein; BSI-IT-Grundschutz-Kompendium. Datenschutz: DSGVO, BDSG; personenbezogene Daten; Rechte der Betroffenen; Einwilligung; Anonymisierung/Pseudonymisierung. Schutzbedarfsanalyse: Für Anwendungen, IT-Systeme, Infrastruktur, Kommunikationsverbindungen. Modellierung: Sicherheitskonzept nach BSI IT-Grundschutz; Bausteine; Schutzbedarfskategorien (normal, hoch, sehr hoch); Risiko-Klassifikation (Matrix); ISMS. Umsetzung: Security by Design/Default; IT-Sicherheitsmanagement; Härtung Betriebssystem; Backup-Verfahren; Zugangs-/Zugriffskontrolle; Hashwerte, Zertifikate, digitale Signaturen; Zweifaktor-Authentifizierung. | Betriebliche Vorgaben und rechtliche Regelungen zur IT-Sicherheit und zum Datenschutz einhalten. Sicherheitsanforderungen analysieren und Maßnahmen ableiten, umsetzen und evaluieren. |
| 07 Erbringen der Leistungen und Auftragsabschluss (§ 4 Absatz 2 Nummer 7) | LF 2, LF 3, LF 6, LF 7. Verträge: Kauf-, Miet-, Leasingvertrag; Lizenzvertrag; Servicevertrag (SLA); Werk-/Dienstvertrag; Vertragsbestandteile (Leistung, Termine, Entgelte, Sanktionen); Vertragsstörungen. Unternehmensleitbild: Ökonomische (Umsatz, Gewinn), ökologische (Nachhaltigkeit) und soziale Ziele. Leistungserbringung: Vor Ort vs. Remote; Ticketsystem; Kundenvorgaben (Termin, Ort, techn. Voraussetzungen, Budget). Aufbauorganisation: Einliniensystem, Mehrliniensystem, Matrixorganisation; Vollmachten. Veränderungsprozesse: Chancen betonen; Einbeziehung der Mitarbeiter; Qualifizierung (Blended-Learning); Widerstände erkennen (Angst vor Verlust, Wissenslücken). Übergabe: Abnahmeprotokoll; Mängelarten (Schlechtleistung, Falschlieferung, Minderlieferung). Bewertung: Soll-Ist-Vergleich; Abweichungsanalyse; Nachkalkulation; Lessons Learned; Nachfolgeaufträge. | Leistungen dokumentieren. Leistungserbringung mit Kunden abstimmen und kontrollieren. Veränderungsprozesse begleiten. Kunden in Nutzung einweisen. Leistungen und Dokumentationen übergeben; Abnahmeprotokolle anfertigen. Kosten erfassen und Soll-Ist-Vergleich durchführen. |
Teil 2 der Abschlussprüfung (AP2)
Fachrichtungsübergreifende Themen (Gemeinsam für alle IT-Berufe)
| Fragenkomplex | Themenkreis | Beispiele für betriebliche Handlungen/Qualifikationen |
| 01 Informieren und Beraten von Kunden und Kundinnen (§ 4 Absatz 2 Nummer 2) | LF 3, LF 6, LF 9, LF 12. Recht & Grundsätze: BGB/HGB; Gesetz gegen unlauteren Wettbewerb; AGB-Gesetz; Compliance; Regelkonformität; Customer Relationship Management. Präsentation: Daten interpretieren; multimedial aufbereiten; Diagrammarten; Bildbearbeitung; Video; Tabellenkalkulation; Corporate Identity (CI). | Gespräche situationsgerecht führen. Kundenbeziehungen unter Beachtung rechtlicher Regelungen und betrieblicher Grundsätze gestalten. Daten interpretieren und unter Nutzung digitaler Werkzeuge präsentieren. |
| 02 Entwickeln, Erstellen und Betreuen von IT-Lösungen (§ 4 Absatz 2 Nummer 4) | LF 5, LF 6, LF 7, LF 8, LF 10, LF 11, LF 12. Fehleranalyse: Debugging; Breakpoint; Software-Test (statisch/dynamisch); Black Box; White Box; Review; Extremwertetest; Testdaten; Komponententest; Integrationstest; Systemtest; Versionsmanagement. Programmierung: Algorithmen formulieren; Aktivitätsdiagramm oder Pseudocode; UML (Use Case, Klassendiagramm, Aktivitätsdiagramm); Bildschirmmasken (Ergonomie, Barrierefreiheit). Datenbanken: Relational & NoSQL; Datentypen (Bool, Ganzzahl, Währung, Datum, Text, BLOB, Geokoordinaten); Anomalien/Redundanzen; Normalisierung (1.-3. NF); ER-Modell; referenzielle Integrität; Primär-/Fremdschlüssel; SQL (Tabellenstruktur, Manipulation, Projektion, Selektion, Sortieren, Gruppieren, Aggregat-Funktionen); OpenData; API-Schnittstellen. | Systematisch Fehler erkennen, analysieren und beheben. Algorithmen formulieren und Anwendungen in einer Programmiersprache erstellen. Datenbankmodell unterscheiden, Daten organisieren und Abfragen erstellen. |
| 03 Durchführen und Dokumentieren von qualitätssichernden Maßnahmen (§ 4 Absatz 2 Nummer 5) | LF 1, LF 2, LF 5, LF 6, LF 8, LF 11, LF 12. Qualitätslenkung: Prüfverfahren (Parität, Redundanz); Software-Test (Black Box, White Box, Last- und Performancetest); Debugging; Ablaufverfolgung. QM-Prozess: PDCA-Zyklus; KVP; Kennzahlen; Soll-Ist-Vergleich; Testdatengeneratoren; Testprotokolle; Abnahmeprotokoll. | Ursachen von Qualitätsmängeln systematisch feststellen, beseitigen und dokumentieren. Zielerreichung kontrollieren; Soll-Ist-Vergleich durchführen. |
| 04 Umsetzen, Integrieren und Prüfen von Maßnahmen zur IT-Sicherheit und zum Datenschutz (§ 4 Absatz 2 Nummer 6) | LF 4, LF 8, LF 9, LF 11. Schadenspotenziale: Imageschaden; wirtschaftlicher Schaden; Datenverlust. Bedrohungsszenarien: Datendiebstahl; Ransomware; Phishing; Man-in-the-Middle; SQL-Injection; DDoS-Attack. IT-Sicherheitskriterien: BSI IT-Grundschutz; Security by Design; funktionale Anforderungen. Beratung: TOM (Technisch Organisatorische Maßnahmen); Risikoanalyse. Überprüfungstools: Penetrations-Test; Device Security Check; IAM (Identity & Access Management); Schwachstellenanalyse. TOM-Prüfung: Zutrittskontrolle (Alarmanlage, Video); Zugangskontrolle (Biometrie, Chipkarte); Zugriffskontrolle (Verschlüsselung, User/Rollenkonzept); Log Management; Compliance Reports. | Bedrohungsszenarien erkennen und Schadenspotenziale einschätzen. Kunden zu IT-Sicherheit und Datenschutz beraten. Wirksamkeit und Effizienz der TOM prüfen. |
Teil 2 der Abschlussprüfung (AP2)
Fachrichtung Anwendungsentwicklung (FIAE Spezifisch)
| Fragenkomplex | Themenkreis | Beispiele für betriebliche Handlungen/Qualifikationen |
| 01 Betreiben von IT-Systemen (§ 4 Absatz 2 Nummer 8) | LF 3, LF 4, LF 5, LF 6, LF 7, LF 8, LF 9, LF 11. Schichtenmodelle: OSI; TCP/IP; IPv4/IPv6; MAC; Routing; Switching; ARP; TCP/UDP. Komponenten: Switch; Bridge; Router; Firewall. Konzepte: LAN/WAN/MAN; RADIUS; Kerberos; VPN; strukturierte Verkabelung; VLAN; WLAN; Bluetooth; Netzwerktopologie. Client-Server: Peer-to-Peer vs. Client-Server; SMB/CIFS; HTTP; ODBC. Protokolle: TCP/UDP; HTTP/HTTPS. Standortunabhängigkeit: VPN-Modelle; Tunneling; IPsec. Dienste: DNS; DHCP; Proxy. Verfügbarkeit: Echtzeitkommunikation; Mail-/Webserver; Groupware. Risikomanagement: PDCA; MTBF/AFR; Disaster Recovery. Sicherstellung Betrieb: USV; Redundanzen (RAID); Backups. Monitoring: SNMP; S.M.A.R.T.; Systemlastanalyse; Predictive Maintenance; Schwellwerte. Vorfallsmanagement: SOP; SLA; Incident Management (Ticketsystem); Eskalationsstufen. Dokumentation: Handbücher für Benutzer/Systembetreuer; Programm- und Konfigurationsdokumentation. | Netzwerkkonzepte unterscheiden. Datenaustausch vernetzter Systeme realisieren. Verfügbarkeit und Ausfallwahrscheinlichkeiten analysieren. Präventive Wartung durchführen. Störungen analysieren und beseitigen. Dokumentationen zielgruppengerecht und barrierefrei anfertigen. |
| 02 Inbetriebnehmen von Speicherlösungen (§ 4 Absatz 2 Nummer 9) | LF 4, LF 5, LF 8, LF 9. TOM: Berechtigungskonzepte (Zugang, Zutritt, Zugriff). Physische Absicherung: Elementarrisiken (Feuer, Wasser). Software-Absicherung: User-Management; Firewall; Webfilter; Portsecurity; Verschlüsselung (Bitlocker). Servicemodelle: On Premises; Cloud; SaaS; IaaS; PaaS. Datenzusammenführung: XML, JSON, CSV; Data Lake. Speicherprotokolle: NAS; SAN; iSCSI; SMB; NFS; Fibre Channel. | Sicherheitsmechanismen implementieren. Speicherlösungen (insbes. Datenbanksysteme) integrieren. |
| 03 Programmieren von Softwarelösungen (§ 4 Absatz 2 Nummer 10) | LF 5, LF 7, LF 10, LF 12. Softwareanforderungen: Änderbarkeit; Erweiterbarkeit; Benutzbarkeit; Effizienz; Funktionalität; Wartbarkeit; Normen. Modelle: ERM; relationales Modell; UML (Klassendiagramm, Use Case, Aktivitätsdiagramm, Sequenzdiagramm, Zustandsdiagramm); Mock up. Schnittstellen: XML; JSON; SQL; API (REST). Sprachauswahl: Performance; Portabilität; Frameworks; IDE; Know-how. Algorithmen: Darstellung in Pseudocode. CPS (Cyber-physische Systeme): CPS-Software; Sensoren/Aktoren; Bibliotheken; Abfragerhythmus. Automatisierung: Shell-Skripte (PowerShell, Bash); Python. QS: Black Box/White Box; TDD; Unit-Test; E2E Test. | Programmspezifikationen festlegen. Datenmodelle ableiten. Programmiersprachen auswählen und anwenden. Teilaufgaben automatisieren. |
| 04 Konzipieren und Umsetzen von kundenspezifischen Softwareanwendungen (§ 4 Absatz 3 Nummer 1) | LF 5, LF 7, LF 8, LF 10a, LF 11a, LF 12a. Vorgehensmodelle: Klassisch (Wasserfall, Spiral, V-Modell); Agil (Scrum). Analyse & Design: Top-down; Bottom-up; Modularisierung. Objektorientierung (OOA/OOD): Kapselung; Vererbung; Polymorphie; Interfaces. Sprachen: Strukturiert; prozedural; funktional; objektorientiert. Werkzeuge: Editor; IDE; Compiler; Interpreter; Debugger; Versionsverwaltung. Modelle: ER-Modell; relationales Modell; Normalisierung (1.-3. NF). Design Pattern: Observer; Singleton; Factory; MVC. Ergonomie & UI: Usability; User-Experience; Prototypen (Mockups). Algorithmen: Lineare/binäre Suche; Sortieren (Bubble, Selection, Insertion Sort). Datenaustausch: CSV; XML; JSON; REST; SOAP. SQL: CREATE/ALTER TABLE; Index; INSERT/UPDATE/DELETE; SELECT; JOIN; GROUP BY; HAVING; Aggregatfunktionen. | Vorgehensmodelle und Bibliotheken einsetzen. Designverfahren anwenden. Benutzerschnittstellen ergonomisch gestalten. Anwendungslösungen entwerfen und realisieren. Datenaustausch realisieren. Komplexe Abfragen durchführen. |
| 05 Sicherstellen der Qualität von Softwareanwendungen (§ 4 Absatz 3 Nummer 2) | LF 5, LF 8, LF 10a, LF 11a, LF 12a. Sicherheit: Datenschutz (Integrität, Authentizität, Signatur, Verschlüsselung, Archivierung); Datensicherheit (Authentifizierung, Autorisierung). Datenintegrität: Constraints; Validierungen; Transaktionssicherheit. Tests: Blackbox; Whitebox; Schreibtischtest; Modultest; E2E; Integrationstests; Belastungstests; Testdaten; Testprotokoll. Versionsverwaltung: Branches, Pull, Push, Merge. Präsentation: Testergebnisse multimedial aufbereiten. | Sicherheitsaspekte berücksichtigen. Datenintegrität sicherstellen. Modultests durchführen. Versionsverwaltung einsetzen. Testkonzepte erstellen. |
Teil 3 der AP2: Wirtschafts- und Sozialkunde (WiSo)
| Fragenkomplex | Themenkreis | Beispiele für betriebliche Handlungen/Qualifikationen |
| 01 Berufsausbildung sowie Arbeits- und Tarifrecht (§ 4 III Nr. 1) | Ausbildungsvertrag: Inhalte (§ 10 BBiG); Probezeit; Vergütung; Kündigung; Beendigung. Duales System: Betrieb vs. Berufsschule. Gesetze: BBiG; ArbSchG; AGG; KSchG; JArbSchG; BetrVG; Sozialversicherung; Lohnsteuer; Mutterschutzgesetz. Organisationen: Arbeitgeberverbände; IHK; Gewerkschaften; Betriebsrat; JAV. Tarifrecht: Tarifvertrag; Tarifautonomie; Streik; Aussperrung. Entgelt: Brutto/Netto; Steuern; Sozialabgaben. Lernen & Techniken: Lebensbegleitendes Lernen; Lerntechniken (visuell, auditiv, motorisch); Zeitmanagement; digitale Lernmedien (WBT, CBT). | Inhalte des Ausbildungsvertrages darstellen. Betrieblichen Ausbildungsplan vergleichen. Tarif- und Arbeitszeitregelungen beachten. Entgeltabrechnung erklären. Berufliche Weiterentwicklung begründen. |
| 02 Aufbau und Organisation des Ausbildungsbetriebes (§ 4 III Nr. 2) | Betrieb & Sektoren: Primär, sekundär, tertiär; Produktpalette. Rechtsformen: GbR, Einzelunternehmung, KG, OHG, GmbH, AG; Gemeinnützigkeit. Organisation: Einlinien-/Mehrliniensystem; Matrixorganisation; Arbeitsabläufe. Verflechtungen: Konzern; Kartell; Fusion. Ziele: Produktivität; Wirtschaftlichkeit; Rentabilität; Zielkonflikte. Markt & Wirtschaft: Arbeitsteilung; Globalisierung; Soziale Marktwirtschaft. Betriebsverfassung: Betriebsrat; JAV; Mitbestimmungsrechte. | Rechtsform und Aufbau des Betriebes erläutern. Beziehungen zu Wirtschaftsorganisationen nennen. Arbeitsweise der betriebsverfassungsrechtlichen Organe beschreiben. |
| 03 Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Arbeit (§ 4 III Nr. 3) | Vorschriften: ArbSchG; Arbeitszeitgesetz; Arbeitsstättenverordnung; UVV. Ergonomie: Bildschirmarbeitsplatz; psychische Belastung. Gefährdung: Mechanisch, elektrisch, thermisch; akustisch; psychisch. Brandschutz: Brandschutzordnung; Feuerlöscher; Fluchtwege; Sammelplatz. IT-Sicherheit: DSGVO; BSI-Standards; TOM. | Gefährdung am Arbeitsplatz feststellen. UVV anwenden. Verhaltensweisen bei Unfällen/Bränden beschreiben. Informationssicherheit und Datenschutz unterscheiden. |
| 04 Umweltschutz (§ 4 III Nr. 4) | Belastungen vermeiden: Rationelle Energieverwendung; Recycling; Abfalltrennung. Abfall: Lagerung und Entsorgung (z.B. Datenträger). Gesetze: Duales System; Immissionsschutzgesetz. Nachhaltigkeit: Einkauf; Lieferantenauswahl; Rohstoffnutzung. | Umweltbelastungen durch den Betrieb erklären. Regelungen des Umweltschutzes anwenden. Stoffe einer umweltschonenden Entsorgung zuführen. |
| 05 Vernetztes Zusammenarbeiten unter Nutzung digitaler Medien (§ 4 III Nr. 5) | Zusammenarbeit: Wertschätzung; interdisziplinäre Teams; Ethikregeln. Schutzziele Kommunikation: Sicherheitsbewusstsein; Social Media Gefahren; Netikette. Social Engineering: Gefahren kennen und Schäden vermeiden. Ethik & Compliance: Diversity; Gender-Neutralität; Würde des Menschen; Auswirkungen von IT-Lösungen reflektieren. | Wertschätzung gesellschaftlicher Vielfalt praktizieren. Verantwortungsvoller Umgang mit digitalen Medien. Persönlichkeitsrechte Dritter im virtuellen Raum wahren. Ethische Aspekte bei IT-Lösungen reflektieren. |