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Technik im Einstellungstest: Aufgaben, Tipps & Lösungen

Zwei Zahnräder, ein Pfeil – und die Frage, in welche Richtung sich das dritte dreht. Klingt einfach, kann unter Zeitdruck im Einstellungstest aber ganz schön ins Schwitzen bringen. Wenn du dich für eine technische Ausbildung oder ein duales Studium bewirbst, wartet sehr wahrscheinlich ein Technikteil auf dich. Die gute Nachricht: Für fast jeden Aufgabentyp gibt es eine Grundregel, die du dir schnell merken kannst. Lies weiter und lerne die wichtigsten Aufgaben samt Lösungsweg kennen.

Kurleiter: Waldemar & das Plakos Team

16. Oktober 2026
Das Wichtigste in Kürze: So meisterst du den Technikteil im Einstellungstest

Im Technikteil vieler Einstellungstests geht es um Hebel, Flaschenzüge, Zahnräder, Kraftübertragung, allgemeine Mechanik und einfache Stromkreise. Dafür brauchst du vor allem Physik-Grundwissen aus der Schule und ein paar Merkregeln, zum Beispiel: Kraft mal Kraftarm gleich Last mal Lastarm, benachbarte Zahnräder drehen sich gegenläufig und in der Reihenschaltung fließt überall derselbe Strom. Typische Fehler sind das Verwechseln von Masse und Kraft oder von Reihen- und Parallelschaltung. Plane zwei bis drei Wochen mit täglich 20 bis 30 Minuten ein, löse Aufgaben erst selbst, führe eine Fehlerliste und übe auch unter Zeitdruck.

Inhhaltsverzeichnis

Unser Tipp zum Lernen:

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Ihr bewerbt euch für eine technische Ausbildung oder ein duales Studium? Dann kommt ihr bei vielen großen Arbeitgebern um einen Einstellungstest nicht herum. Und fast immer ist ein Teil dabei, der euer technisches Verständnis prüft.

Die gute Nachricht: Die meisten Aufgaben kennt ihr schon aus dem Physikunterricht. Ihr müsst kein Ingenieur sein. Ihr braucht ein solides Grundwissen aus der Physik, ein paar Merkregeln – und Übung.

In diesem Beitrag zeige ich euch:

  • welche Aufgabentypen bei Technik im Einstellungstest typischerweise drankommen,
  • wie ihr Hebelaufgaben, Flaschenzug-Aufgaben, Zahnrad-Aufgaben und Schaltkreise Schritt für Schritt löst,
  • und wie ihr euch mit und ohne KI deutlich schneller vorbereitet.

Über den Autor: Ich bin Waldemar, IHK-geprüfter Ausbilder und Trainer. Ich habe drei Schulabschlüsse, eine abgeschlossene Ausbildung und ein Studium hinter mir und beschäftige mich seit 12 Jahren hauptberuflich mit dem Thema Lernen und Prüfungsvorbereitung. Die Beispielaufgaben in diesem Beitrag orientieren sich an realistischen Übungsaufgaben, wie ihr sie auch in Einstellungstests findet.

Die wichtigsten Aufgabentypen im Überblick

Aufgabentyp Was geprüft wird Wichtigste Regel
Hebelaufgaben Kraft und Hebelarm Kraft × Kraftarm = Last × Lastarm
Flaschenzug Feste und lose Rollen Jede lose Rolle halbiert die nötige Kraft
Zahnrad-Aufgaben Drehrichtung und Drehzahl Benachbarte Zahnräder drehen gegenläufig
Kraftübertragung Umrechnen mit Formeln Meist reicht ein Dreisatz
Mechanik Schwerpunkt, Pendel, Wärme, Werkzeuge Alltagslogik + Physik-Grundwissen
Schaltkreise Strom, Spannung, Helligkeit Reihe: Strom gleich. Parallel: Spannung gleich

1. Hebelaufgaben

Bei Hebelaufgaben geht es um das Hebelgesetz: Kraft × Kraftarm = Last × Lastarm. Je länger der Hebelarm, an dem ihr zieht, desto weniger Kraft braucht ihr.

Beispiel: Auf der einen Seite eines Hebels hängt eine Last von 20 kg. Euer Hebelarm ist doppelt so lang wie der Lastarm. Wie viel Kraft braucht ihr?

  1. Masse in Gewichtskraft umrechnen: 20 kg × 10 = 200 N (im Test wird meist mit g ≈ 10 m/s² gerechnet)
  2. Doppelt so langer Hebelarm, also halbe Kraft: 200 N ÷ 2 = 100 N

Merkregel: Doppelte Länge = halbe Kraft. Dreifache Länge = ein Drittel der Kraft.

2. Flaschenzug-Aufgaben

Flaschenzug müsst ihr vor allem den Unterschied zwischen fester und loser Rolle kennen:

  • Feste Rolle (oben aufgehängt): ändert nur die Zugrichtung. Die Kraft bleibt gleich.
  • Lose Rolle (hängt mit der Last unten): Die Last verteilt sich auf zwei Seilstränge. Die nötige Kraft halbiert sich.

Beispiel: Ein Flaschenzug mit einer festen Rolle oben und einer losen Rolle unten hebt eine Last von 15,5 kg. Die feste Rolle hat keine Auswirkung auf die Kraft. Die lose Rolle schon: Zwei Seile tragen die Last, also müsst ihr nur noch die Kraft für 15,5 kg ÷ 2 = 7,75 kg aufbringen.

Aber Achtung: Dafür müsst ihr doppelt so viel Seil ziehen. Die Arbeit bleibt gleich, nur die Kraft wird kleiner. Das ist die Goldene Regel der Mechanik – und eine beliebte Fangfrage.

Merkregel: Zählt die Seilstränge, die die lose Rolle tragen. Kraft = Last ÷ Anzahl der tragenden Seilstränge.

3. Zahnrad-Aufgaben

Zahnrad-Aufgaben gibt es in zwei Varianten: Drehrichtung und Drehzahl.

Drehrichtung: Zwei Zahnräder, die ineinandergreifen, drehen sich immer gegenläufig. Daraus folgt:

  • Zahnrad 1 dreht im Uhrzeigersinn
  • Zahnrad 2 dreht gegen den Uhrzeigersinn
  • Zahnrad 3 dreht wieder im Uhrzeigersinn

Merkregel: Jedes zweite Zahnrad dreht in dieselbe Richtung. Alle ungeraden Zahnräder (1, 3, 5 …) drehen wie das erste, alle geraden andersherum.

Drehzahl: Kleine Zahnräder drehen schneller als große. Es gilt: Zähne × Drehzahl ist bei beiden Rädern gleich.

Beispiel: Ein Zahnrad mit 20 Zähnen dreht sich 60-mal pro Minute und treibt ein Zahnrad mit 40 Zähnen an. 20 × 60 = 40 × ?, also dreht sich das große Rad 30-mal pro Minute.

4. Kraftübertragung und Umrechnungen

Hier sind die Umrechnungsformeln meist schon vorgegeben. Ihr müsst sie nur richtig anwenden. In vielen Fällen reicht ein einfacher Dreisatz.

Beispiel: Wie schwer ist ein Gegenstand auf dem Mond? Ihr teilt die Erdbeschleunigung durch die Mondbeschleunigung (g Erde ÷ g Mond, etwa 9,81 ÷ 1,62 ≈ 6). Die Gewichtskraft auf dem Mond beträgt also nur rund ein Sechstel. Wichtig: Die Masse in Kilogramm bleibt gleich, nur die Gewichtskraft in Newton ändert sich.

5. Mechanik-Aufgaben

Im Bereich Mechanik werden häufig diese Themen abgefragt:

  • Schwerpunkt und Stabilität: Je tiefer der Schwerpunkt und je breiter die Standfläche, desto stabiler steht ein Körper.
  • Pendel und Fliehkräfte: Die Schwingungsdauer eines Pendels hängt von der Fadenlänge ab, nicht vom Gewicht.
  • Wärmeausdehnung: Metalle dehnen sich bei Wärme aus. Deshalb haben Brücken und Gleise Dehnungsfugen.
  • Werkzeug- und Bauteilzuordnung: Welches Werkzeug passt zu welcher Schraube oder welchem Bauteil?
  • Geschwindigkeit und Beschleunigung: Die Formel (z. B. v = s ÷ t) ist meist angegeben.

6. Schaltkreise und Elektrotechnik

Bei Schaltkreisen müsst ihr zwei Schaltungsarten sicher unterscheiden:

  Reihenschaltung Parallelschaltung
Stromstärke überall gleich teilt sich auf die Zweige auf
Spannung teilt sich auf an jedem Zweig gleich
Fällt eine Lampe aus alle gehen aus die anderen leuchten weiter

Dazu kommt das ohmsche Gesetz: U = R × I (Spannung = Widerstand × Stromstärke).

Beispiel: Vier gleiche Lampen sind so geschaltet, dass L1 und L4 in Reihe liegen und dazwischen L2 und L3 parallel geschaltet sind. Welche Lampen leuchten am hellsten?

Lösung: Alle Lampen leuchten. L1 und L4 leuchten gleich hell, ebenso L2 und L3. L1 und L4 leuchten heller als L2 und L3, weil sich der Strom, der durch L1 und L4 fließt, zu gleichen Teilen auf L2 und L3 aufteilt.

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So bereitet ihr euch schneller vor: ohne KI und mit KI

Technisches Verständnis ist kein Talent, sondern Trainingssache. Wer 50 Zahnrad-Aufgaben gerechnet hat, erkennt das Muster in Sekunden. Entscheidend ist, wie ihr übt.

So bereitet ihr euch schneller vor: ohne KI und mit KI

  • Erst selbst lösen, dann nachschauen. Wenn ihr eine Aufgabe zuerst selbst versucht, brennt sich die Lösung viel besser ins Gedächtnis ein. In der Lernforschung heißt das Active Recall.
  • Fehler sammeln. Notiert jede falsche Aufgabe mit der richtigen Merkregel daneben. Diese Liste ist euer persönlicher Spickzettel fürs Wiederholen.
  • Mit Abstand wiederholen. Rechnet dieselben Aufgabentypen nach einem Tag, nach drei Tagen und nach einer Woche erneut. Das nennt man Spaced Repetition.
  • Skizzen zeichnen. Bei Flaschenzügen und Schaltkreisen hilft es enorm, Seilstränge oder Stromwege selbst nachzuzeichnen.
  • Unter Zeitdruck üben. Im echten Test habt ihr oft weniger als eine Minute pro Aufgabe. Stellt euch also einen Timer.

Wie ihr diese Lerntechniken kombiniert, erkläre ich ausführlich in den Beiträgen zur FAST Methode und zum Lernplan erstellen.

Mit KI: Lösungshinweise statt fertiger Lösungen

Natürlich könnt ihr eine KI fragen, wenn ihr bei einer Aufgabe nicht weiterkommt. Meine Empfehlung: Lasst euch nicht sofort die Lösung geben, sondern nur einen Hinweis. So bleibt euer Gehirn aktiv und ihr lernt den Lösungsweg, nicht nur das Ergebnis.

Ein Beispiel-Prompt, den ihr übernehmen könnt:

„Ich übe für den Einstellungstest, Bereich technisches Verständnis. Hier ist eine Flaschenzug-Aufgabe: [Aufgabe einfügen]. Gib mir bitte noch nicht die Lösung, sondern nur einen ersten Hinweis, welche Regel ich anwenden muss. Wenn ich falsch liege, erkläre mir meinen Fehler.“

So nutzt ihr KI sinnvoll:

  1. Aufgabe selbst versuchen
  2. Bei Problemen einen Hinweis anfordern
  3. Erneut selbst rechnen
  4. Erst dann die Lösung vergleichen und euch den Weg erklären lassen
  5. Eine ähnliche Aufgabe generieren lassen und direkt nochmal üben

In der Plakos App könnt ihr euch vom KI-Lernbuddy direkt bei den Übungsaufgaben Lösungshinweise geben lassen.

5 typische Fehler bei Technik-Aufgaben im Einstellungstest

  • Masse und Gewichtskraft verwechseln: Kilogramm ist die Masse, Newton die Kraft. Lest genau, was gefragt ist.
  • Die feste Rolle mitzählen: Beim Flaschenzug spart nur die lose Rolle Kraft.
  • Zahnräder einzeln durchdenken: Nutzt die Regel „jedes zweite Rad dreht gleich“, statt jedes Rad einzeln zu verfolgen.
  • Reihen- und Parallelschaltung vertauschen: Zeichnet den Stromweg mit dem Finger nach, bevor ihr antwortet.
  • Zu lange an einer Aufgabe hängen: Markiert schwierige Aufgaben und kommt am Ende darauf zurück.

Fazit: Mit System durch den Technik-Teil

Technik im Einstellungstest wirkt auf den ersten Blick einschüchternd, folgt aber immer denselben Mustern. Wenn ihr die wichtigsten Regeln kennt, habt ihr schon einen großen Teil geschafft:

  1. Hebel: Doppelte Länge, halbe Kraft.
  2. Flaschenzug: Jede lose Rolle halbiert die Kraft, verdoppelt aber den Zugweg.
  3. Zahnräder: Jedes zweite Rad dreht in dieselbe Richtung.
  4. Schaltkreise: In Reihe ist der Strom gleich, parallel die Spannung.

Den Rest erledigt das Üben: erst selbst versuchen, Fehler analysieren und regelmäßig wiederholen – mit oder ohne KI.

 

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  • Realistische Übungsaufgaben zum technischen Verständnis
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  • Ausführliche Erklärungen zu jeder Aufgabe
  • Lernplan und Erinnerungen für eure Wiederholungen

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Schreibt mir gern, wann euer Einstellungstest ist und welche Aufgabe ich euch als Nächstes erklären soll. Viel Erfolg – euer Waldemar von Ausbilder.AI

Häufige Fragen zu Technik im Einstellungstest

Nein. Grundwissen aus dem Physikunterricht der Mittelstufe reicht meistens. Wichtiger sind die Merkregeln und Übung.

Oft ja, gerade bei Kraftübertragung, Geschwindigkeit und Beschleunigung. Das Hebelgesetz und die Regeln zu Zahnrädern, Flaschenzug und Schaltkreisen solltet ihr aber auswendig kennen.

Plant mindestens zwei bis drei Wochen mit kurzen, regelmäßigen Übungseinheiten ein. Täglich 20 bis 30 Minuten bringen mehr als ein langer Lerntag.

Das hängt vom Unternehmen ab. Übt deshalb auch mit Kopfrechnen und einfachen Werten wie g ≈ 10 m/s².
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